Dramapädagogischer Ansatz
Kinder und Jugendliche da “abzuholen”, wo sie sind – räumlich und inhaltlich – sie für das Theater zu begeistern und ihnen dadurch andere Erfahrungsräume zu öffnen, ist zentrales Thema von mini-art. Vor- und Nachbereitung der Theaterstücke, Gespräche im Anschluß an Vorstellungen gehören deshalb zum festen Angebot, ebenso die drama- und kunstpädagogischen Projekte mit Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Einrichtungen z.B. Schulen, Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Bei diesen oft zweisprachigen Projekten, die in den meisten Fällen eine Woche dauern, steht zum Schluß ein Theaterstück oder eine Szenencollage, die wir mit den SchülerInnen und dem Material, das sie selber einbringen, erarbeiten. Theaterarbeit als “emotionaler Unterricht” kann dort ansetzen, wo der Schulalltag versagt, bei den konkreten Geschichten, emotionalen Erlebnissen, Gefühlen und Ängsten der Kinder/Jugendlichen. Sie theatral in den Ausdruck zu bringen heißt, das eigene Befinden und Verhalten spielerisch zu reflektieren und neues Verhalten in der Begegnung mit dem anderen auszuprobieren.
Mit diesen Projekten reagiert mini-art auf Phänomene, die zu gesellschaftlichen Problemen anwachsen: Kinder und Jugendliche begreifen nicht mehr die Konsequenzen ihres Verhaltens und übernehmen keine Verantwortung dafür. Theaterarbeit als Medium der Sinne und der Sinnlichkeit setzt genau da an: Nichts auf der Bühne ist Zufall, jedes Wort, jede Geste, jede Handlung hat eine Motivation und Konsequenzen und ihren Wert – im Positiven wie im Negativen. Schüler lernen nicht nur das Theater und seine Grundtechniken kennen, sondern erfahren etwas über die Grundbedingungen menschlichen Zusammenlebens. Im gemeinsamen Arbeiten und Spielen entwickeln sich Toleranz, Verständigung und Miteinander.